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Einmal Arbeit genügt.

Natürlich bestimmte ihr Blick die Richtung des damals noch lebenden Kärntner Landeshauptmannes im verlorenen Bühnenbild samt seiner umliegenden Inszenierung, die von Buhrufen der Grazerinnen begleitet war. Über eine Flussnixe hatte eine – ich erinnere mich ungern an Wahlkämpfe – Soziologin inmitten dieser doch mehr als peinlichen Angelegenheit ihre kritische Aufstellung genommen. Erhaben über dem Meer an Köpfen und einer verlorenen Bühne, von der sich die rasende Stimme jenes nun Toten überschlug. Sie dagegen: ein innerer Ruhepol in dem Ganzen, mitten im wechselseitigen Geheul der unheimlichen Soundcollage, die aus der Tiefe des österreichischen Inneren heraufbeschworen wurde. In Sri Lankas Norden tobt ein Bürgerkrieg in den letzten Zügen, zwischen den Scharmützeln die Zivilbevölkerung, aufgerieben und vergessen. Ein Ruhepol war sie, meditativ wissend, dass alles eben seine Zeit hat und die Geschichte vielleicht „frei oder schuldig spricht“. Sie, die Soziologin aus Ceylons Colombo hob weder Faust noch den S-Finger ohne die Haltung innerhalb der Allgemeinheit zu verlieren. Die Stille als Motivation, doch sah er sie nicht. Werden solch Tiraden in Zukunft der Vergangenheit angehören, hoffte manch einer der Demonstranten damals und selbst der große alte einarmige Künstler Kärntens, der Jahre lang die Grazer ArchitekturstudentInnen vor seine eigene Anerkennung in der „Heimat“ stellte, verweigerte letztendlich ein Denkmal am Unglücksort zu bauen. Es gibt schließlich schon eine Kirche in der Nähe von Klagenfurt, der ein „Tunnel“ zum Gedenken an Verkehrsopfer - wohl auch Täter - im Straßenverkehr vorgelagert ist.

Ihrer klaren Haltung war wenig entgegenzusetzen. Ihre Haut dunkler als die des gegossenen Erzherzogs, der den Kopf abgewandt, gegen Osten blickte. „Im Westen wieder nichts Neues“, hallt es über die Dörfler und der Schrecken stand ebenso letzten Sonntag vielen ins Gesicht geschrieben; die infamen Bilder eines an den Brustwarzen lutschenden – seinem Vorgänger gleich sturzbesoffenen – Landeshauptmann im Arm seiner kakaogeschwärzten Gesinnungsgenossen, um Ungeist mit Derbheit öffentlichen Ausdruck zu verleihen, um mitten im Unruhepool der Rassismen noch weiter zu gehen. Die Lust an „Verarschung“ ist allgegenwärtig, als ob das Land der Seen keine anderweitigen Sorgen hätte? Meiner Erinnerung zu Folge hatte man unweit der Landeshauptstadt auf die Bitte eines Schwarzafrikaners nach einem Glas Wasser schnell die Gendarmerie parat, die den verwunderten Mann unverzüglich einsperrte. Der Weiße gibt sich in Siegerlaune, hat sich von der Clockwerk-Orange-Milchbubenorgie erholt.

„Arbeit. Arbeit. Arbeit“, hallt es in seiner Dreimaligkeit, dem beabsichtigten Verdoppelungseffekt eines zielbewussten Mapuche-Indigenas hinter sich lassend. Selbst das zweimalige „Leilei“ , das zwischen den dunklen Busen, einem faulen Witz gleich nach den Medien schielt, muss hier klein beigeben. Vielleicht hat Arbeit in dieser Potenz für diesen Mann etwas „be-Frei-endes“; im Angesicht der Krise hat er auch schon 3 Länder-Spiele angekündigt. Bleibt nur auf die Rückwirkung der geforderten Bildungsinitiative und nicht zu viele Blind- und Fremdgänger zu hoffen. Viele sind schon früher auf und davon; manche wie der Büchner-Preisträger plagen sich mit langjährigen Kreuzschmerzen, andere flüchten ins Reich der Mitte und selbst der Nestle-Konzern-Chef hat nicht unbedingt Ambitionen die Heimat mit Milchpulver – woher auch immer – zu versorgen. Dabei wäre gerade in den Dritte-Welt-Ländern genug zu leisten. Am Griesplatz, hörte ich unlängst, sind zwei frische 16-jährige Nigerianerinnen eingetroffen. „Woman are the Nigger of the world“, lautet eine Textzeile aus Star: Zeitschrift für Städteplanung, Architektur und Religion und mehr, die ich Unwissender unlängst von einem namhaften Architekten mit Kärntner Einschlag in einer Kebabbude erhalten habe. Das ebendort die „Freiheitlichen“ ausgefallen sind, gibt innerhalb der allgemeinen Sorge doch etwas Genugtuung. Von Bürgerkrieg unter sich fremd gewordenen Einheimischen ist kaum etwas zu spüren. Einmal Arbeit genügt....




[Kolumne/n.nagy/05.05.2009]







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    Kolumne - n.nagy


    06.11.2017 Flüchtig

    05.10.2017 Who can it be NOW?

    01.09.2017 Kurz oder Lang

    31.07.2017 Konzentriert Euch

    20.07.2017 Kunst: eine Verantwortung

    12.06.2017 Weisses Papier

    17.05.2017 Salz im Tanz

    04.04.2017 Es wurmst

    07.03.2017 Two for Twelve

    08.08.2016 Micro Galleries

    22.07.2016 Pubculture

    21.06.2016 Spiel und die Welt

    12.05.2016 Friendly Alien

    25.04.2016 Spielfelder

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    26.02.2016 Sound the beast

    09.02.2016 Free China

    13.12.2015 Happy?

    10.11.2015 SPIELFELD

    16.10.2015 Mein K(r)ampf

    14.10.2015 Die Revolution frisst - Vereine die gerne AGs wären

    13.07.2015 Der Fremde

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    20.02.2015 FPF Filmpionier Bernhard Frankfurter

    28.01.2015 Zabriskie Point: davor und danach

    12.12.2014 Xmas3

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    23.09.2014 Dort – wo uns die Sprache erfindet

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    14.02.2014 Cooperale

    11.11.2013 Straßennarben

    10.10.2013 Das blaue Wunder - eine Brücke

    05.09.2013 Belämmert mich - nicht.

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    03.06.2013 Über Kinder der Iris

    13.05.2013 Grundlagen. Wer lehrte die Biene?

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    29.01.2013 Keine Angst

    06.12.2012 Der Hofer wars ...

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    07.09.2012 Club-Subculture again

    02.08.2012 Keplerkoje - Gnadenlose Flut

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    18.05.2012 LEND WIRBELT

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    27.03.2012 Aufruf des Erinnerns (Iden des März)

    16.02.2012 2nd Floor - stadtmuseum

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    29.11.2011 Bleibt Papier geduldig?

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    19.09.2011 Much too Much . Zuviel ist Zuviel

    02.08.2011 Gries-Gardening

    18.07.2011 Eine „Annen4elfolge“

    29.06.2011 Arbeit macht über die Freiheit der Kunst freier

    26.04.2011 ...oder dem Tanz das Töten verging

    22.02.2011 3-25 ist -23

    10.01.2011 Minus 18-25

    06.12.2010 United - und eine Diagonale

    12.10.2010 “Better Together”

    24.08.2010 Smok-ie

    27.07.2010 Grauschleier „Sport und Brötchen statt Drogen“

    07.07.2010 Urbanes Verhandeln

    31.05.2010 Es gilt die Unschuldsvermutung

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    10.06.2009 Kunst sollte man auch kaufen

    05.05.2009 Einmal Arbeit genügt.

    14.04.2009 Akademie Ortlos

    09.03.2009 Frühlingsverfolgen

    02.12.2008 Transkaukasische U-Boote

    08.10.2008 Shanti-Kunstsitzen

    12.09.2008 BECAUSE

    10.07.2008 REGIONAL (e)

    27.06.2008 Frühsommerspiele

    08.04.2008 Nico will es wissen

    05.03.2008 Alles Schall und Rauch

    05.03.2008 Die üblichen Verdächtigen

    23.02.2007 Über fall?

    05.07.2006 Bürgerwehren, Bettler und Fremde I

    04.07.2005 Nicht jeder ist eine Minderheit?

    13.06.2005 Gugi TV

    31.03.2005 Frühlingserwachen

    09.03.2005 Alles Lug ..?

    25.02.2005 Frauen in die Küche – Keller unter Wasser

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    25.01.2005 Amen Dschijas

    10.11.2004 Mr. President

    05.10.2004 Zeit der Zigeuner Teil II

    04.10.2004 Zeit der Zigeuner (1. Teil)

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    28.07.2004 GRAZ ERZÄHLT

    21.07.2004 Aufgabe: „Alavitien“

    24.06.2004 Wie du sagen „Kassa"

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